Im Westerwald gilt eine einfache Regel: Oben auf den Basalthöhen laufen die Straßen weit und gerade, unten in den Kerbtälern reiht sich Kurve an Kurve. Wer Kehren sucht, fährt von den Höhen hinab an die Flüsse — dort liefert der Westerwald reichlich. Eingerahmt von Rhein, Lahn und Sieg taugt das Mittelgebirge zugleich als Standquartier für gleich mehrere Nachbarreviere.
Hoher Westerwald & Fuchskaute – die weiten Höhen

Der Hohe Westerwald um die Fuchskaute — mit rund 657 Metern die höchste Erhebung des Gebirges — ist die Dachlandschaft der Region: offene Basalthochflächen, weite Fernsicht, oft kräftiger Wind. Die Straßen hier oben sind zügige Verbindungsetappen statt Kurvenreviere, gut zum entspannten Rollen mit Weitblick. Bad Marienberg, Kneipp-Kurort auf der Höhe, ist ein praktischer Ausgangspunkt: Von hier erreicht man in wenigen Minuten sowohl die schnellen Hochflächen als auch die Talabfahrten an ihren Rändern.
Kroppacher Schweiz & die Täler – Nister, Wied, Sayn

Hier zeigt der Westerwald sein kurvigstes Gesicht. Die Kroppacher Schweiz im Nistertal ist das Paradestück: enge, dem Flusslauf folgende Strecken durch bewaldete Felsengen, dazu das Wiedtal und das Sayntal, die nach Südwesten zum Rhein hin abfließen. Das historische Hachenburg mit seinem Barockschloss liegt mittendrin und gibt ein logisches Standquartier ab — von dort sind Höhen zum Rollen und Täler zum Kurbeln gleichermaßen schnell erreicht, mit dem ständigen Auf und Ab, für das der Westerwald bekannt ist.
Westerwälder Seenplatte & Holzbachschlucht

Im Zentrum des Gebirges liegt die Westerwälder Seenplatte — eine Gruppe von sieben einst als Fischweiher angelegten Teichen, deren größter der Dreifelder Weiher ist. Die Straßen zwischen den Wasserflächen sind sanft geschwungen und aussichtsreich, ein ruhiger Kontrast zu den engen Tälern und ein naheliegender Rastpunkt. Wenige Kilometer weiter, bei Seck, hat der Holzbach die Holzbachschlucht in den Basalt gegraben — ein enges Felsentor und ausgewiesenes Naturdenkmal, das einen kurzen Stopp lohnt.
Kannenbäckerland & Stöffel-Park – Ton, Basalt und Enduro

Der Südwesten um Höhr-Grenzhausen ist das Kannenbäckerland, seit Jahrhunderten Zentrum der Keramik — hier lagert das größte Tonvorkommen Europas. Montabaur mit seinem gelben Schloss und ICE-Halt bietet sich als verkehrsgünstige Basis in dieser Ecke an. Bei Enspel erzählt der Stöffel-Park die Basalt-Geschichte der Gegend: ein stillgelegter Tagebau, heute Landschaftsmuseum mit Industriedenkmälern. Für Geländefahrer interessant — auf dem Areal finden Enduro-Trainings statt; Termine und Anmeldung laufen über den jeweiligen Veranstalter.
Rhein- & Lahn-Kante – Höhenstraßen über dem Fluss

Nach Süden und Westen fällt der Westerwald steil zu Lahn und Rhein ab, und diese Abbruchkanten tragen die aussichtsreichsten Straßen. Über dem Mittelrheintal ziehen sich Höhenwege entlang der Kante, der auch der Wanderweg Rheinsteig folgt — hier geht der Blick weit über den Strom und seine Burgen. Im Süden bildet das Lahntal eine eigene Talachse: von Lahnstein an der Mündung flussaufwärts ins Heilbad Bad Ems und weiter nach Nassau und Limburg — eine kurvige Verbindung, die den Westerwald südlich abschließt und den Übergang zum Taunus jenseits des Flusses herstellt.
Standquartier für viele Reviere – Nürburgring in Reichweite

Die vielleicht größte Stärke des Westerwalds ist seine zentrale Lage. Taunus, Hunsrück, Eifel, Sauerland und das Bergische Land sind von hier aus Tagesziele — und mit der Eifel rückt der Nürburgring in erreichbare Nähe. Wer den Westerwald als Basis wählt, hat mehrere Mittelgebirge ohne lange Anfahrt vor der Haustür.