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Westerwald

Natur im Westerwald

Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.

Streckenlage

Basaltglätte, Nebel und Wildwechsel: Streckenzustand im Westerwald

Der Westerwald ist ein Mittelgebirge zwischen Rhein, Lahn und Sieg, das sich über Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen erstreckt. Daraus ergibt sich ein dichtes Netz kurviger Landstraßen mit ständigem Auf und Ab, das von den breiten Tälern bis zum Hohen Westerwald hinaufführt. Über die Fahrbarkeit entscheiden dabei zwei Dinge stärker als der Kurvenradius: der Streckenzustand und das Höhenwetter.

Motorrad auf einer Straße durch dichten grünen Laubwald
Durch den Westerwälder Laubwald

Das Rückgrat des Fahrens bilden die Bundesstraßen, die die Hauptorte verbinden. Die B8 zieht von der Rheinschiene über Montabaur in den nördlichen Westerwald, die B54 verläuft in Nord-Süd-Richtung über Montabaur, Westerburg und Hachenburg in Richtung Siegerland, die B255 bindet die Region über Montabaur an, und die B413 führt vom Hohen Westerwald hinunter ins Wiedtal Richtung Rhein. Zwischen diesen Achsen liegt das eigentliche Vergnügen: schmale, kurvenreiche Verbindungsstraßen mit Höhenunterschieden, die sich durch Wald, über Hochflächen und durch enge Bachtäler winden.

Ein zweiter Punkt ist der Untergrund. Der Westerwald ist eine alte Vulkanlandschaft, und Basalt prägt nicht nur die Kuppen, sondern stellenweise auch den Straßenbelag und ältere Fahrbahnflicken. Polierter Basalt und basalthaltige Ausbesserungen werden bei Nässe deutlich glatter als normaler Asphalt – auf abschüssigen, schattigen Waldpassagen, wo die Fahrbahn lange feucht bleibt, ist Vorsicht geboten. Laub im Herbst und Moosbeläge an Straßenrändern verstärken den Effekt.

  • Nebel und Nässe: In den Höhenlagen und Tälern kann sich das Wetter binnen weniger Kilometer ändern. Lieber eine Stufe verhaltener fahren und bei aufziehendem Nebel die Geschwindigkeit deutlich reduzieren.
  • Früher Frost: In den Übergangsmonaten in höheren Lagen mit Reifglätte rechnen, besonders morgens und in schattigen Senken.
  • Wildwechsel: Der Westerwald ist stark bewaldet. In der Dämmerung und nachts ist mit Reh- und Schwarzwild zu rechnen, vor allem an Waldrändern und auf Straßen, die Felder und Forst trennen.
  • Basaltglätte: Bei Nässe auf polierten Stellen und älteren Flickstellen mit reduziertem Grip kalkulieren – sauber und früh bremsen, in Schräglage zurückhaltend ans Gas.
  • Landwirtschaft: Auf den Hochflächen sind Traktoren und Erntefahrzeuge unterwegs, die Fahrbahnverschmutzung und langsame Fahrzeuge hinter Kuppen bedeuten können.
Natur

Fuchskaute, Kroppacher Schweiz und Hachenburg: die Ziele im Westerwald

Die lohnendsten Ziele der Region liegen an oder nahe den Hauptachsen und lassen sich in Tagesrunden einbauen, ohne dass daraus ein Umweg wird.

Fuchskaute – der höchste Punkt

Die Fuchskaute ist mit 657 Metern die höchste Erhebung des Westerwaldes. Sie liegt in Rheinland-Pfalz, reicht mit ihrem Osthang nach Hessen hinein und ist kein gewöhnlicher Berg, sondern ein erloschener Vulkan aus Basalt. Sie liegt wenige Kilometer südwestlich des Dreiländerecks von Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen; über den Gipfel führt der Premium-Wanderweg WesterwaldSteig. Auf der Fuchskaute wurde ein Naturschutzgebiet eingerichtet, um die für den Hohen Westerwald typischen Heideflächen zu schützen. Für Motorradfahrer ist die Anfahrt über die Hochflächen das eigentliche Highlight; am Fuß des Bergs gibt es Parkmöglichkeiten und gastronomische Einkehr.

Kroppacher Schweiz

Die Kroppacher Schweiz ist Teil des bereits 1969 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebietes Nistertal. Die Nister, die aus dem Hohen Westerwald kommt, hat sich über Jahrtausende in zahllosen Schleifen tief in die Landschaft eingegraben und dabei steile Hänge und eine eindrucksvolle Felslandschaft freigelegt. Die kurvigen Straßen rund um die Orte Astert, Limbach, Helmeroth und Stein-Wingert sind ein lohnendes Revier; wer eine Pause einlegt, kann zu Fuß in die Talschleifen hinabsteigen.

Hachenburg – die Barockstadt

Hachenburg trägt seine barocke Prägung offen zur Schau. Wahrzeichen ist das gelb leuchtende Schloss Hachenburg, das auf der Kuppe des Hagenbergs steht. Die Anlage geht auf eine Gründung um 1200 auf einem kleinen Basaltkegel zurück, wurde nach einem großen Brand 1654 wiederaufgebaut und 1717 zum Barockschloss umgestaltet; 1974 von der Deutschen Bundesbank erworben, beherbergt es seit 1980 deren Hochschule. Im Herzen der Altstadt liegt der Alte Markt mit malerischen Fachwerkhäusern und dem barocken Löwenbrunnen aus dem 18. Jahrhundert, dessen goldener Löwe das Stadtwappen trägt. Parken lässt sich am Stadtrand; die Altstadt erkundet man zu Fuß.

Limes-Reste

Durch den Westerwald zog einst der Obergermanisch-Raetische Limes, die römische Grenze, die seit 2005 UNESCO-Welterbe ist. Ihren Anfang am Rhein nahm der Limes in Rheinbrohl, das als „Caput Limitis", der Kopf des Limes, gilt. Hier informiert das Erlebnismuseum RömerWelt als Limes-Informationszentrum von Rheinland-Pfalz. Wer den Spuren weiter folgen will, findet entlang des Limeswanderwegs rekonstruierte Wachtürme und Geländespuren.

Sehenswert

Seenplatte, Basaltkuppen und Naturstopps im Westerwald

Zwischen den großen Zielen lebt der Westerwald von seiner Landschaft – und die ist abwechslungsreicher, als das Klischee vom „grauen Wald" vermuten lässt. Hochflächen mit weiten Ausblicken wechseln mit engen Bachtälern, Basaltkuppen ragen aus dem Wald, und stille Weiher liegen mitten im Grünen.

Naturpark Rhein-Westerwald

Der rund 470 Quadratkilometer große Naturpark Rhein-Westerwald liegt rechtsrheinisch im Norden von Rheinland-Pfalz zwischen Neuwied und Unkel und reicht vom Rhein über die Terrassen bis zu den ersten Höhenrücken des unteren Westerwaldes. Er verbindet die Rheinschiene mit dem Mittelgebirge und ist ein gutes Gebiet für Übergänge zwischen Tal und Höhe.

Westerwälder Seenplatte

Die Westerwälder Seenplatte mit ihren sieben Weihern – der Dreifelder Weiher ist mit 123 Hektar der größte – ist ein Ruhepol. Teile der Weiher stehen unter Naturschutz und sind bedeutende Vogelbrutgebiete; die NABU-Stiftung hat 2019 große Flächen erworben, um die Landschaft dauerhaft zu sichern. Schilfgürtel, Weidengebüsch und stille Wasserflächen machen die Seenplatte zu einem schönen Pausenraum.

Basaltkuppen und Felslandschaften

Der vulkanische Ursprung des Westerwaldes ist überall präsent: in den runden Basaltkuppen, die aus den Wäldern aufragen, in den steilen Felswänden der Kroppacher Schweiz, die die Nister freigelegt hat, und in den alten Steinbrüchen wie dem Stöffel. Wer ein Auge für Geologie hat, findet entlang der Straßen immer wieder Aufschlüsse und markante Felsformationen.

Wäller-Wetter und Pausenplätze

Das „Wäller-Wetter" gehört zur Region: kühl, in den Höhen oft neblig, schnell wechselnd. An klaren Tagen reicht der Blick von den Rücken dafür weit über die Hügelketten. Für Pausen bieten sich die Gasthäuser in den Dörfern an, die Einkehr an der Abtei Marienstatt, die Plätze rund um die Seenplatte und die Rastmöglichkeiten an der Fuchskaute. Weil die Schauer meist schnell durchziehen, kostet ein abgewarteter Regen hier selten mehr als eine Kaffeepause.

Strecke

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche im Westerwald

Die folgenden fünf Rundkurse decken die unterschiedlichen Gesichter des Westerwaldes ab – von den Hochflächen über die Seenplatte bis ins Kannenbäckerland und an die Sieg. Die Kilometer- und Zeitangaben sind Richtwerte für gemütliches Tourenfahren mit Stopps; je nach gewählten Nebenstrecken und Pausen variieren sie. Wer mehrere Runden kombiniert, bekommt eine abwechslungsreiche Woche zusammen.

Runde 1: Hoher Westerwald und Fuchskaute

  • Streckenlänge: rund 110 bis 130 km, etwa 3,5 bis 4,5 Stunden mit Stopps.
  • Verlauf: Von Westerburg über die B54 in Richtung Hachenburg, dann hinauf auf die Hochflächen des Hohen Westerwaldes zur Fuchskaute und über kurvige Höhenstraßen zurück. Ständiges Auf und Ab, weite Ausblicke.
  • Highlight: Der höchste Punkt des Westerwaldes mit seinen Heideflächen, über die der WesterwaldSteig zieht.
  • Einkehr: Gastronomie an der Fuchskaute; Einkehrmöglichkeiten in den Dörfern entlang der Hochflächen.
  • Hinweis: In den Höhenlagen besonders auf Nebel und in den Übergangsmonaten auf frühen Frost achten.

Runde 2: Westerwälder Seenplatte und Dreifelder Weiher

  • Streckenlänge: rund 90 bis 110 km, etwa 3 bis 4 Stunden mit Stopps.
  • Verlauf: Eine gelassene Runde durch das Gebiet zwischen Hachenburg, Westerburg, Montabaur und Dierdorf mit Schleifen um die sieben Weiher der Seenplatte.
  • Highlight: Der Dreifelder Weiher und die naturgeschützten Vogelbrutgebiete der Seenplatte.
  • Einkehr: Gasthäuser in den Orten rund um die Weiher.
  • Hinweis: Ruhige, landschaftlich reizvolle Strecke – ideal als entspannter Tag oder bei durchwachsenem Wetter.

Runde 3: Kannenbäckerland und Montabaur

  • Streckenlänge: rund 90 bis 120 km, etwa 3,5 bis 4,5 Stunden mit Stopps.
  • Verlauf: Von Montabaur ins Kannenbäckerland nach Höhr-Grenzhausen, über die kurvigen Verbindungsstraßen des unteren Westerwaldes und zurück über die B8/B255-Achse.
  • Highlight: Das Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen und die Tonabbaulandschaft – ein guter Schlechtwetterstopp.
  • Einkehr: Cafés und Gasthäuser in Höhr-Grenzhausen und Montabaur.
  • Hinweis: Gute Anbindung an die A3 bei Montabaur – diese Runde eignet sich auch als Auftakt nach der Anreise.

Runde 4: Kroppacher Schweiz und Sieg

  • Streckenlänge: rund 110 bis 140 km, etwa 4 bis 5 Stunden mit Stopps.
  • Verlauf: Von Hachenburg ins Nistertal und durch die Kroppacher Schweiz über Astert, Limbach und Helmeroth, weiter Richtung Altenkirchen und an die Sieg.
  • Highlight: Die engen Talschleifen der Nister und die Felslandschaft der Kroppacher Schweiz; als Abstecher die Abtei Marienstatt.
  • Einkehr: Klosterbrauerei und Gastronomie an der Abtei Marienstatt.
  • Hinweis: Enge, kurvige Talstraßen – auf feuchte, schattige Passagen und Laub achten.

Runde 5: Lahntal-Anbindung und unterer Westerwald

  • Streckenlänge: rund 120 bis 150 km, etwa 4 bis 5 Stunden mit Stopps.
  • Verlauf: Vom südlichen Westerwald über Montabaur hinunter ins Lahntal Richtung Limburg, entlang der Lahn und über die Höhen zurück in den Westerwald.
  • Highlight: Der Kontrast zwischen den kurvigen Höhenstraßen und dem breiten, ruhigen Lahntal.
  • Einkehr: Gasthäuser im Lahntal und in den Westerwälder Dörfern.
  • Hinweis: Diese Runde verbindet den Westerwald mit dem Lahntal und eignet sich gut für die An- oder Abreise von Süden.

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