Beste Reisezeit, Wäller-Wetter und Anreise über A3 und A48
Die beste Zeit für eine Motorradtour im Westerwald liegt im späten Frühjahr bis frühen Herbst, etwa von Mai bis September. In dieser Spanne sind die Höhenstraßen zuverlässig frostfrei, die Tage lang und die Landschaft am intensivsten. Frühjahr und Herbst haben ihren eigenen Reiz, verlangen aber mehr Aufmerksamkeit für Wetter und Streckenzustand.

Das Wetter ist das prägende Thema. Der Westerwald gehört zu den klimatisch raueren Mittelgebirgen: Auf den Höhen sorgt die Windexposition für ein vergleichsweise raues Klima, die Sommer bleiben mit Durchschnittstemperaturen um 14 bis 15 Grad kühl, im Winter liegen die Mittelwerte um den Gefrierpunkt. Charakteristisch ist die rasche Wetteränderung: Während die Täler in der Sonne liegen, können die Hochflächen rund um die Fuchskaute in Wolken hängen. Im Herbst fließt kalte Luft von den Höhen ab und lässt die Flusstäler im Nebel versinken. Das oft zitierte „graue Wetter" ist damit Klischee und Beobachtung zugleich – „wechselhaft" trifft es besser. Wasserdichte Kleidung, warme Zwischenschichten und ein helles Visier für trübe Tage gehören hier deshalb auch im Hochsommer ins Gepäck.
Die Anreise ist komfortabel. Die wichtigste Achse ist die A3 mit der Abfahrt Montabaur, die den Westerwald von Köln und Frankfurt aus schnell erreichbar macht. Aus dem Norden und von der Rheinschiene führt die A48 in die Region. Innerhalb des Westerwaldes verteilen die Bundesstraßen den Verkehr: die B8 aus dem Rheintal über Montabaur, die B54 in Nord-Süd-Richtung über Montabaur, Westerburg und Hachenburg, die B255 zur Anbindung des zentralen Westerwaldes und die B413 vom Hohen Westerwald hinab ins Wiedtal Richtung Rhein.
Ein praktischer Werktags-Tipp: Wer kann, fährt unter der Woche. Dann sind die beliebten Kurvenstrecken deutlich leerer als am Wochenende, die Werkstätten und Museen sind regulär geöffnet, und auf den Hochflächen ist man oft fast allein unterwegs. An warmen Wochenenden konzentriert sich der Ausflugsverkehr auf die bekannten Ziele wie die Fuchskaute und die Seenplatte – wer Ruhe sucht, weicht auf die Nebenstrecken der Kroppacher Schweiz und des Nistertals aus.